Sorgerecht: Rechtsanwalt Sascha Gramm

Die Themen rund ums Sorge- und Umgangsrecht sind höchstpersönlich und emotional, besonders dann, wenn die Trennung parallel dazu bewältigt werden muss. Weil die Grundsituation bereits konfliktgeladen ist, tragen die vielen Regelungsbereiche häufig nicht zur Lösungsfindung bei. Stattdessen kommt es leicht zu Auseinandersetzungen, die nicht nur entscheidungshemmend sind, sondern Eltern wie Kindern zusätzliches Leid beschert.
Folgender Beitrag zeigt die rechtlichen Hintergründe auf und erklärt, wie Ihnen ein Rechtsanwalt für Sorgerecht helfen kann.

Die elterliche Sorge und ihr Wirkungskreis

Die Familie im Allgemeinen und das Kind im Besonderen erfährt in unserem Rechtssystem weitreichenden Schutz. Deshalb sind die elterlichen Handlungsmöglichkeiten in Orientierung an der gesunden Kindesentwicklung geregelt und in einigen Teilbereichen auch beschränkt.

Von den Meinungsverschiedenheiten der Eltern soll das Kind möglichst wenig spüren, es soll an der Trennung nicht in einer Art beteiligt sein, die es in seiner natürlichen Entwicklung hemmt. Deshalb wird die elterliche Sorge nach sichernden und fördernden Kriterien auf die Eltern verteilt.

Was ist unter elterlicher Sorge zu verstehen?

Während die Grundsätze zum Sorgerecht im Verfassungsrecht verankert sind (Art. 6 II GG), gehen die zivilrechtlichen Regelungen (§§ 1626 bis 1698b BGB) ins Detail. Trotzdem gibt es Regelungsbereiche, die offen und von den Beteiligten zu klären und gestalten sind.

Der verfassungsrechtliche Norminhalt beschreibt die Pflicht und das Recht der Eltern, ihre Kinder zu pflegen und erziehen. Damit sind unterschiedliche Bereiche der Lebensführung gemeint (Personen- und Vermögenssorge), die in ihrer Gesamtheit das Kindeswohl gewährleisten sollen.

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Praktische Umsetzungsschwierigkeit im Trennungsfall

In der Praxis spaltet sich die Ausübung des gemeinsamen Sorgerechts in einer Trennungskonstellation aus pragmatischen Gründen auf. Der Elternteil, bei dem das Kind lebt, trifft tägliche Entscheidungen (Beispiel: das Anmelden in einen Sportverein, die Routineuntersuchung beim Arzt), ohne die Pflicht, den anderen Elternteil in die Überlegungen einzubeziehen. Bei erheblicher Relevanz (Beispiel: Wohnort- und/oder Schulwechsel), wird die alleinige von der gemeinsamen Entscheidungsbefugnis verdrängt. Ohne die Zustimmung des abwesenden Elternteils bleibt die gewünschte Handlung also aus.

Die Sorgerechtsthematik endet mit Volljährigkeit.

Kategorische Unterscheidungen – Allgemein

Das Gesetz unterscheidet durch die Schaffung übergeordneter Kategorien (eheliche und nichteheliche Kinder in oder außerhalb einer Trennungssituation), wie die elterliche Sorge umzusetzen beziehungsweise wer für die Umsetzung verantwortlich ist.

Sorgerecht – die häufigste Fallkonstellation in der Praxis

In den meisten Fällen ist die Sorgerechtsregelung des Vaters das Problem, weil die leibliche Mutter einen gesetzlichen Vorzug erhält. Dieses Privileg wurde der Frau vor einigen Jahren jedoch dahingehend genommen, dass der Mann das Sorgerecht nun auch ohne ihre Zustimmung erhalten kann. Allerdings geschieht die Sorgerechtszuteilung im Gegensatz zu der biologischen Mutter (außerhalb der Ehe) nicht von selbst, sondern setzt die Stellung eines entsprechend lautenden Antrags beim Familiengericht voraus (Sorgerechtsantrag). Demgemäß sind es häufig die Väter, die einen Rechtsanwalt für Sorgerecht kontaktieren.

Unterscheidungen – die Sorge für ein eheliches Kind bei Scheidung

Wird ein eheliches Kind geboren, steht die elterliche Sorge beiden Eltern gemeinsam zu. Im Falle der Scheidung bleibt es dabei, sofern keine das Kindeswohl gefährdenden Bedenken bestehen.

Unterscheidungen – das uneheliche Kind

Bei einem unehelichen Kind sieht die Sorgerechtsverteilung zunächst ein wenig anders aus. Die Mutter (ledig) erhält die Sorgebefugnis zunächst allein. Allerdings kann der Vater gemeinsam mit der Mutter eine Sorgerechtserklärung abgeben, die ihn zum Mitsorgeberechtigten erhebt. Alternativ kann er das Sorgerecht beantragen, auch ohne, dass die Mutter ihre Mitwirkungsbereitschaft signalisiert. Der Antrag kann den Wunsch formulieren, dass der Vater mitsorgeberechtigt ist, oder dass ihm das Recht zur Sorge in Teilen oder vollständig zur Alleinausübung übertragen wird. Die Zustimmung der Mutter bedarf es dazu nicht.

Unterscheidungen – das eheliche Kind von einem anderen Mann

Ist die Kindesmutter ehelich mit einem Mann liiert, der nicht der Kindesvater ist, ist die gesetzliche Regelungslage zulasten des leiblichen Vaters kompliziert. Der Ehemann tritt, obgleich er nicht der biologische Kindesvater ist, automatisch in die rechtliche Vaterrolle ein, womit er zur gemeinsamen Ausübung der elterlichen Sorge (über ein fremdes Kind) berechtigt ist. Um als biologischer Vater an die Vaterposition und die elterliche Sorge zu gelangen, muss der biologische Vater zunächst seine Vaterschaft – unter Mitwirkung der Mutter und ihres Ehemannes – erklären. Gelingt das gemeinsame Vorgehen nicht, wird die Vaterschaft im Wege des gerichtlichen Feststellungsverfahrens geklärt.

Die alleinige-, Mitsorge und der Teil- bzw. Komplettentzug

Die gemeinsame Mitsorgeberechtigung ist der Ideal- und Regelfall. Mit Blick auf das Kindeswohl kann im Einzelfall jedoch eine anders lautende Regelung sinnvoll sein. Falls ein Elternteil sorgeunfähig ist (Beispiel: aufgrund einer Abhängigkeit, einer psychischen Krankheit, bei erheblichem Wankelmut). Nur ein vorgetragener/ersichtlicher und das Kindeswohl gefährdender Grund rechtfertigt den Teil- oder Komplettentzug und damit die alleinige Übertragung der Sorgeberechtigung auf einen Elternteil. Der Impuls für den Sorgerechtsentzug setzt der beantragende Elternteil, das Gericht oder das Jugendamt.

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Das Umgangsrecht

Das Umgangsrecht beschreibt das Recht von und die Pflicht zum Direktkontakt. Adressat der gesetzlichen Regelung sind neben Eltern und Kind der Personenkreis, der für das Kindeswohl Bedeutung hat. Deswegen zählen auch Angehörige, wie Onkel, Tanten, die Geschwister und die Großeltern hinzu. Das Recht auf Umgang steht nahestehenden Personen, ehelichen, nichtehelichen und Adoptivkindern gleichermaßen zu.

Nicht selten kommt es vor, dass die genaue Ausgestaltung der Umgangsregelung diskutiert werden muss, um für alle Beteiligten eine annehmbare Lösung zu kreieren. Nach einer Trennung können die Kommunikationswege aber so verfahren sein, dass eine Einigung nicht ohne Weiteres gelingt. Weil jede Kontaktperson einen anderen Alltagsrhythmus hat und die Lebensumstände sehr individuell ausfallen können, kommt es hinsichtlich der Regelungsdetails (Organisation des Umgangs und die genaue Zeit) schnell zu einer Meinungsdifferenz.

Wenn es ernsthafte Bedenken gibt, die einem Umgangsrecht im Hinblick auf das Kindeswohl im Wege stehen (Beispiel: Kindeswohlgefährdung im Rahmen häuslicher Gewalt), schalten sich Behörden und Gerichte in die Regelungen ein. In einem solchen Fall wird das Umgangsrecht versagt, unter Auflagen gestellt oder anderweitig definiert.

Mit dem besten Anwalt für Sorgerecht gemeinsam gegen das Problem

Das Sorgerecht und Umgangsrecht betrifft das höchstpersönliche Leben in einem nicht zu unterschätzenden Teilbereich. Neben den organisatorischen Aspekten sind immer auch Gefühle involviert. Starke Emotionen können einer einvernehmlichen Lösung manchmal jedoch im Wege stehen. Gerne unterstützen wir Sie als Kanzlei für Familienrecht in Hannover in dieser schwierigen Situation.Statt subjektiv und emotional, agieren wir rational und ergebnisorientiert. Dabei leisten wir auf Sie zugeschnittene Beratungsarbeit und nehmen uns diskret und vertrauensvoll Ihrer existenziellen Fragen an.

Als Einzelperson ist die Sicht der Dinge häufig auf die eigenen Ideen und das persönliche Lebenskonzept beschränkt. Durch unsere langjährige Erfahrung blicken wir über den Tellerrand hinaus und bringen Vorschläge ins Gespräch, die den Entscheidungs- und Handlungsspielraum zu Ihren Gunsten erhöhen. Durch unseren fachlichen Hintergrund bringen wir jene Impulse ins Spiel, die schlussendlich entscheidend für Ihr familiäres Wohlergehen sind.

Die Bedürfnisse des Kindes und Ihre Zufriedenheit stehen bei uns im Vordergrund
Unser Ziel ist es, eine fachliche Orientierungshilfe sowie ein stabilisierender und starker Teamkollege in allen Teilbereichen des Sorge- und Umgangsrechts und der beste Anwalt für Sorgerecht zu sein.

Ob es um die Einzelheiten der Sorgerechtsvereinbarung oder um die (außer-) gerichtliche Vertretung oder darum, das Sorgerecht zu beantragen geht: Wir begleiten Sie und schützen Ihre rechtliche Position. Wir führen Sie kompetent und souverän durch den Regelungsprozess.

Wir zeigen bestehende Handlungsmöglichkeiten auf und arbeiten die einzelnen Schritte bürokratisch für Sie ab. Unter unsere Tätigkeitsbeschreibung können vermittelnde Aktionen auf persönlichem, telefonischem oder schriftlichem Wege fallen. In jedem Falle arbeiten wir ohne zeitlichen Verzug, sodass Ihre Lebenssituation nicht allzu lange in der Schwebe steht. Wir setzen uns effizient für Klarheit ein und halten Sie bezüglich der voranschreitenden Entwicklungen stets auf dem aktuellen Stand.  Mit unserer fachspezifischen Vorgehensweise stehen wir für Qualität und Transparenz.

Wir freuen uns auf Ihren Anruf!
Ihre Kanzlei für Familienrecht und Scheidungen in Hannover.