Kindesunterhalt – Unterhalt für Kinder

Ein Schwerpunkt als Anwalt im Familienrecht ist die Thematik Kindesunterhalt. Insbesondere stellt sich für Ratsuchende immer die Frage, ob tatsächlich ein Unterhaltsanspruch besteht, und wenn ja, wie wird der Unterhaltsanspruch überhaupt beziffert. Eine weitere Frage ist häufig auch, ob ein Elternteil dann Unterhalt an sein Kind zahlen muss, wenn er dem Kind Naturalunterhalt leistet. Gerne möchte ich als Anwalt für Kindesunterhalt in Hannover in gebotener Kürze die wichtigsten Fragen zum Thema Kindesunterhalt beantworten.

Grundsätzlich lässt sich dabei sagen, dass minderjährige Kinder einen Anspruch auf Kindesunterhalt haben. Der Unterhaltsverpflichtete ist dabei die Person, bei dem das gemeinsame Kind nicht den gewöhnlichen Aufenthalt hat. Unterhalt ist dabei grundsätzlich erst einmal bis zum 18. Lebensjahres des Kindes zu leisten. Ab dem 18. Lebensjahr muss anschließend geprüft werden, ob noch eine weitere Unterhaltsverpflichtung besteht.

Der Gesetzgeber spricht von privilegierten- und nicht privilegierten Kindern. Ein privilegiertes Kind ist ein Kind, welches noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet hat. Es folgt das grundsätzlich nicht privilegierte Kinder solche sind, die das 18. Lebensjahr erreicht haben. Es gibt jedoch auch Situation, in denen volljährige Kinder als privilegierte Kinder behandelt werden. Das insbesondere dann der Fall, wenn ein volljähriges Kind noch zur Schule geht.

Wie hoch ist der Kindesunterhalt?

Die Höhe des Kindesunterhaltes richtet sich nach dem bereinigten durchschnittlichen Nettoeinkommen des Unterhaltsverpflichteten. Dabei ist anzumerken, dass das unterhaltsbereinigte Nettoeinkommen nicht gleich das Einkommen ist, welches der Unterhaltsverpflichtete ausgezahlt bekommen. Beispielsweise ist bei einem Auszahlungsbetrag eine Arbeitspauschale in Höhe von 5 %, maximal jedoch 150 € in Abzug zu bringen.

Auch Kosten einer zusätzlichen Krankenversicherung oder einer Altersvorsorge sind klassische Abzugspositionen, die vorab bei der Berechnung des Kindesunterhaltes zu berücksichtigen sind.

Gleichwohl hat der Gesetzgeber mithilfe der Düsseldorfer Tabelle einen Mindestunterhalt festgesetzt. Dieser beträgt seit dem Jahr 2021 für Kinder von 0-5 Jahren 300 neun 93 € für sechs bis elfjährige Kinder mindestens 451 € und für zwölf bis 17-jährige Kinder mindestens 528 €. Diese Beträge lassen sich aus der Düsseldorfer Tabelle ableiten. Dabei ist zu sagen, dass die Düsseldorfer Tabelle grundsätzlich erst einmal für die Gerichte nicht verbindlich sind, jedoch in den überwiegenden Fällen bei der Berechnung des Kindesunterhaltes angewandt werden. Die Düsseldorfer Tabelle wird jährlich von dem Gericht angepasst.

Der Mindestunterhalt, welcher oben genannt wurde, ist jedoch noch nicht der Zahlbetrag. Es ist von diesen Beträgen, der das hälftige Kindergeld, d. h. derzeit 109,50 € in Abzug zu bringen.

 Sollte der Unterhaltsverpflichtete aufgrund seiner wirtschaftlichen Situation nicht in der Lage sein, den Mindestunterhalt sicherzustellen, so spricht der Gesetzgeber von einem sogenannten Mangelfall. Ein Mangelfall soll grundsätzlich vermieden werden. In bestimmten familienrechtlichen Situationen lässt sich dieser jedoch nicht vermeiden, sodass der Mindestunterhalt nicht gewahrt werden kann.

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Wie lange muss Kindesunterhalt bezahlt werden?

Die Frage, ob und wie lange Kindesunterhalt gezahlt werden muss, hängt zum einen von dem Alter des Kindes und zum anderen aber auch von der von dem aus von der Ausbildung des Kindes ab. Grundsätzlich erst einmal lässt sich sagen, dass auch nach Vollendung des 18. Lebensjahr ein Kind einen Unterhaltsanspruch besitzt. Dieser Anspruch wird häufig auch Volljährigenunterhalt genannt.

Ein Volljährigenunterhalt ist vor allem dann zu bezahlen, wenn das Kind noch zur Schule geht, oder aber in einer Ausbildung ist. Auch ein Studium muss von den Eltern bezahlt werden.

Die Besonderheit beim Volljährigenunterhalt ist jedoch, dass beide Elternteile gemäß ihrer Einkommenssituation Unterhalt für das gemeinsame Kind zu leisten haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Elternteil das gemeinsame Kind kostenfrei bei sich wohnen lässt. Eine sogenannter Naturalunterhalt wird bei der Unterhaltsberechnung nicht berücksichtigt.

Wie hoch ist der Selbstbehalt der Unterhaltsverpflichteten Eltern?

Grundsätzlich ist es erst einmal so, dass das Einkommen der Eltern oder des unterhaltspflichtigen Elternteiles bei der Berechnung des Kindesunterhaltes herangezogen wird.

Als Rechtsanwalt für Familienrecht werde ich allerdings häufig gefragt, ob es einen Selbstbehalt gibt und wenn ja wie hoch der ist.

Der Selbstbehalt für Personen, die erwerbstätig sind, liegt bei Kindern bis zum 21. Lebensjahr bei 1.160 €. Ist jemand nicht erwerbstätig, liegt der der Selbstbehalt bei 960 €.

Andere volljährige Kinder, die unterhaltsberechtigt sind, müssen einen Selbstbehalt von 1.400 € akzeptieren.

Nach alledem lässt sich festhalten, dass die Thematik Unterhalt für Kinder ein sehr komplexes Thema ist. Insbesondere wenn mehrere unterhaltsberechtigte Personen vorhanden sind, stellt sich die Frage, ob und inwieweit die unterhaltsberechtigte Person tatsächlich einen Anspruch auf Zahlung hat. Dabei ist es zu empfehlen anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Als Rechtsanwalt im Unterhaltsrecht stehe ich Ihnen gerne zur Beratung in Hannover oder auch für eine Vertretung zur Verfügung.

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