Trennungsunterhalt

Für den Fall einer Trennung innerhalb einer hier stellt sich häufig die Frage, ob der andere Ehegatte für den anderen einen Unterhalt zahlen muss. Rechtlich ist ein Unterhaltsanspruch, welcher innerhalb der Trennung zu zahlen ist, als Trennungsunterhalt zu bezeichnen. Als Rechtsanwalt im Familienrecht berate ich in meiner Kanzlei in Hannover häufig Ratsuchenden zur Thematik Trennungsunterhalt. Dabei kommen regelmäßig immer die folgenden Fragen auf:

  • Ab wann steht mir ein Trennungsunterhalt zu?
  • Wie hoch ist der Trennungsunterhalt?
  • Wie lange ist der Trennungsunterhalt zu zahlen?
  • Wie geht es nach der Scheidung weiter?

Wann ist ein Anspruch auf Trennungsunterhalt gegeben?

Die Voraussetzung für die Zahlung von Trennungsunterhalt ist, dass Sie zum einen miteinander verheiratet sind und zum anderen sich getrennt haben. Dabei ist immer wieder Schwerpunkt einer Beratung die Frage, wann tatsächlich eine Trennung vorliegt. Der Gesetzgeber hat mitgeteilt, dass eine Trennung zum einen angenommen werden kann, wenn der eine Ehegatte aus der gemeinsamen Ehewohnung ausgezogen ist. Jedoch kann auch die Trennung innerhalb der Ehewohnung stattfinden. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn jeder Ehegatte innerhalb der Ehewohnung einen eigenen Bereich hat und zudem nicht mehr gemeinsam gewirtschaftet wird. Für diesen Fall besteht auch bereits dann ein Anspruch auf Trennungsunterhalt. Demnach ist es nicht zutreffend, dass lediglich ein Trennungsunterhalt Land zu zahlen ist, wenn wir eine Ehegatte die Ehewohnung auch tatsächlich verlassen hat.

Wie wird der Trennungsunterhalt berechnet?

Die Höhe des zu leistenden Trennungsunterhalts, richtet sich immer nach der Einkommenssituation der Beteiligten. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass ein Trennungsunterhalt nur dann geschuldet ist, wenn ein Einkommensgefälle zwischen den Beteiligten vorliegt. Wenn das nicht der Fall ist, dann besteht kein Anspruch auf Trennungsunterhalt. Kann ein Einkommensgefälle festgestellt werden, so ist eine Berechnung des Trennungsunterhalts, idealerweise durch einen Rechtsanwalt im Familienrecht, durchzuführen. Dabei wird zunächst das unterhaltsbereinigte Einkommen des Unterhaltspflichtigen berechnet. Üblicherweise ist es erforderlich, dass der Unterhaltspflichtige, häufig der Ehemann, die letzten zwölf ergangenen Gehaltsabrechnungen für die Berechnung des Trennungsunterhalts zur Verfügung stellt.

Es wird sodann ein Durchschnittsgehalt bezogen auf die vergangenen zwölf Monate errechnet. Davon in Abzug zu bringen sind diverse Positionen. In der Praxis kommen häufig die folgenden vor:

  • berufsbedingte Aufwendungen
  • zusätzliche Altersvorsorge, maximal 4 % des brutto
  • zusätzliche Krankenversicherung.
  • Kredite, welche in der Ehe angeschafft wurden und eheprägend waren.
  • Tilgung einer Immobilie.

All diese Kosten sind üblicherweise bei der Berechnung vom Unterhaltseinkommen des Unterhaltsschuldners vorab in Abzug zu bringen. Sodann ist ein durchschnittliches Gehalt errechnet. In einigen Situationen das berechnete Einkommen noch um einen sogenannten fiktiven Wohnwert zu erhöhen. Ein fiktiver Wohnwert ist ein solcher, der dem Unterhaltsschuldner hinzugerechnet wird, da er in seiner oder in der im gemeinsamen Eigentum genutzten Immobilie wohnt. Während Trennungsphase ist dabei jedoch maximal von einem Wohnvorteil in Höhe von 600 € auszugehen.

Auch ein Pkw, welcher von dem Arbeitgeber gestellt wird, ist fiktiv dem Einkommen des Ehegatten, welcher Unterhalt zu zahlen hat, hinzuzurechnen.

Genau die gleiche Berechnung des Einkommens erfolgt nunmehr auf Seiten der des Unterhaltsempfängers. Ist nun das Einkommen beider Ehegatten errechnet wurden, wird eine Differenz zwischen den Einkommen gebildet. Je nachdem, ob sodann der unterhaltspflichtige Ehegatte berufstätig ist oder nicht, hat die Unterhaltsempfängerin einen Anspruch der Differenz in Höhe von 3/7.

Sollte der Unterhaltsschuldner keiner Berufstätigkeit nachgehen, so hat der Unterhaltsempfänger einen Anspruch in Höhe der ½ der Differenz.

Kontaktieren Sie Rechtsanwalt Gramm unverbindlich zur Rechtsberatung bei dem Thema Trennungsunterhalt in Hannover unter:

0511 450 189 54

Wie lange ist der Trennungsunterhalt zu zahlen?

Der Anspruch auf Trennungsunterhalt beginnt grundsätzlich mit der Trennung. Dabei ist jedoch zu sagen, dass der Trennungsunterhalt aktiv geltend gemacht werden sollte. Daher ist es ratsam, frühzeitig einen Rechtsanwalt zu kontaktieren, der schriftlich den Unterhalt einfordert. Nach der Rechtsprechung ist es ausreichend, wenn der Unterhalt in dergestalt geltend gemacht wird, dass zunächst einmal die Unterlagen zur Berechnung angefordert werden. Der Unterhalt ist dann bis zur Rechtskraft der Ehescheidung zu leisten. Rechtskraft bedeutet in diesem Zusammenhang, wenn die Scheidung vor dem Amtsgericht ihres Ortes ausgesprochen wurde und bereits die Frist zur Einlegung von Rechtsmitteln abgelaufen ist. Dies ist in der Regel ca. sechs Wochen nach dem Scheidungstermin.

Was ist, wenn der Ehegatte keinen Unterhalt zahlt, obwohl er zum Unterhalt aufgefordert wurde?

In der Praxis kommt es häufig vor, dass trotz Aufforderung der eine Ehegatte einen Unterhalt nicht leistet oder aber auch nicht seine Unterlagen zur Verfügung stellt. In diesen Fällen wäre Klage zu erheben. Idealerweise durch einen Anwalt im Familienrecht vor dem zuständigen Familiengericht.

Was ist, wenn ich geschieden bin, habe ich auch dann einen Anspruch auf Trennungsunterhalt?

Sofern Sie vom Amtsgericht rechtskräftig geschieden sind, endet der Anspruch auf Trennungsunterhalt. Dieser ist dann nicht mehr zu zahlen. Gleichwohl bedeutet dies jedoch nicht, dass ein Anspruch auf Unterhalt nicht auch nach Scheidung gegeben ist. Dieser Anspruch nennt sich nun nicht mehr Trennungsunterhalt, sondern nachehelicher Unterhalt. Die Berechnung und die Voraussetzungen für die Zahlung von nachehelichem Unterhalt ist dem Trennungsunterhalt ähnlich.

Wie Sie nunmehr erkennen, ist die Thematik Trennungsunterhalt ein sehr komplexes Thema. In vielen Fällen kommt es auf Kleinigkeiten an. Vor allem aber, wenn keine klassische Unterhaltsberechnung möglich ist, beispielsweise wenn einer der Beteiligten selbstständig ist, ist es unerlässlich, einen erfahrenden Rechtsanwalt im Familienrecht mit der Durchsetzung der Ansprüche zu beauftragen.

Wir freuen uns auf Ihren Anruf!
Ihre Kanzlei für Familienrecht und Scheidungen in Hannover.