Rechtsanwalt für Umgangsrecht in Hannover

Kanzlei Gramm & Kollegen Ihre Rechtsanwälte. Umgangsrecht in Hannover

Die Trennung oder Scheidung der Eltern verändert die Lebenssituation eines Kindes. Eventuell verbleibt es mit einem Elternteil im angestammten Haushalt in seiner gewohnten Umgebung und muss auf seine Freunde, Bekannten und Schulkameraden nicht verzichten. Es verliert nur den Elternteil, der den gemeinsamen Haushalt verlassen muss. Im anderen Fall zieht es in eine neue Wohngegend und verliert mit einem Elternteil auch den gesamten Freundeskreis und sein soziales Umfeld. Manchmal liegt auch der Fall vor, dass das Kind zu Pflegeeltern oder anderen Erziehungsberechtigten kommt, also mit keinem Elternteil mehr gemeinsam lebt.
In allen Fällen greift das Umgangsrecht, damit das Kind zu beiden Elternteilen den Kontakt halten kann und auch andere wichtige Verbindungen nicht verliert. Grundlage des Umgangsrechts ist die Erkenntnis, dass es für ein Kind und seine Weiterentwicklung nicht förderlich ist, wenn Bindungen zu einem Elternteil und anderen wichtigen Bezugspersonen plötzlich abbrechen müssen.

Was sagt das Umgangsrecht aus?

Das Umgangsrecht gehört in den Bereich des Familienrechts und fußt auf Artikel 6 des Grundgesetzes zum Schutz der Familie und der Pflege und Erziehung der Kinder. Die Regelungen finden sich im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) in Zusammenhang mit dem elterlichen Sorgerecht. Hier ist festgelegt, dass minderjährige Kinder ein Recht auf Kontakt zu beiden Elternteilen haben, auch wenn einer davon nicht sorgeberechtigt ist. Ferner haben beide Eltern ein Recht auf Umgang mit ihrem Kind. Andere Verwandte und dem Kind sozial nahestehende Personen können in dieses Umgangsrecht einbezogen werden. Im Streitfall entscheiden Familiengerichte über den Umfang und die Art und Weise der Ausübung nachdem ein Elternteil mit einem Rechtsanwalt einen Antrag gestellt hat.

Kontaktieren Sie Rechtsanwalt Gramm unverbindlich zur Rechtsberatung zum Thema Umgangsrecht in Hannover unter:

0511 450 189 54

Was regelt das Umgangsrecht?

Mit dem Umgangsrecht haben beide Elternteile die Möglichkeit, zum Wohl des Kindes beizutragen. Sie nehmen Versorgungs- und Erziehungsaufgaben wahr und verhindern damit, dass sich das Kind einem Elternteil entfremdet. Mit dem Umgangsrecht bleibt das Kind beiden verbunden, hat Einblicke in deren Lebensverhältnisse und nimmt aktiv am Leben beider Eltern teil.Auch Großeltern und Geschwister können sich auf dieses Recht berufen und sich persönlich mit dem Kind treffen oder telefonisch, per Post oder Email Kontakt halten, mit der Einschränkung, dass dadurch das Kindswohl nicht gefährdet ist.

Die Rechte und Pflichten beider Elternteile im Umgangsrecht

Das Umgangsrecht regelt sowohl die Rechte als auch die Pflichten beider Elternteile. So hat der Umgangsberechtigte das Recht, Entscheidungen während des Besuchs seines Kindes über Ernährung, Kleidung oder Zubettgeh- Zeiten zu treffen. Er kann mit dem Kind Ausflüge unternehmen, die Verwandtschaft besuchen und dabei auch den neuen Lebenspartner -wenn es ihn gibt- einbeziehen. Lediglich bei Auslandsaufenthalten braucht er die Zustimmung des anderen Elternteils. Das Umgangsrecht beinhaltet nicht nur das Recht der Eltern auf Umgang mit ihrem Kind, sondern auch die Pflicht dazu. Beide Elternteile haben dafür zu sorgen, dass der ungestörte Kontakt mit dem jeweils anderen gewährleistet und auch problemlos möglich ist. Dazu ist Kooperationsbereitschaft und ein höflicher Umgang ohne große Feindseligkeiten auf beiden Seiten nötig.

Der Elternteil, bei dem das Kind wohnt, bereitet das Kind auf den Besuch vor und sorgt auch dafür, dass das Kind positiv auf den Kontakt vorbereitet ist. Der umgangsberechtigte Elternteil wiederum hat die Pflicht, die Kosten während des Aufenthalts des Kindes bei ihm zu tragen. Dazu können Fahrtkosten, Verpflegung, eventuell auch die Kosten für einen Ausflug oder eine Vergnügungsfahrt gehören.

Auch andere Bezugspersonen können ihr Umgangsrecht geltend machen. Dazu gehören vorrangig laut BGB Großeltern und Geschwister, aber auch andere Personen, die im ‚sozial-familiären‘ Rahmen Verantwortung für das Kind getragen haben oder noch tragen wie zum Beispiel Pflegeeltern. Dabei steht im Vordergrund, dass das Kind seine engen Bezugspersonen und den Kontakt zu ihnen nicht abrupt verliert. Wenn sich die Beteiligten nicht einigen können, können die umgangsberechtigten Personen das Umgangsrecht beantragen. Hier ist das Jugendamt die erste Anlaufstelle.

Umgangsrecht: wie oft und wie lange?

Das Umgangsrecht wie oft und über welchen Zeitraum hinweg auszuüben, ist gesetzlich nicht geregelt. Die Häufigkeit und Dauer von Besuchen beim anderen Elternteil bestimmen die Eltern selbst. Es liegt an Ihnen, wie sie sich darüber einigen. Dabei sollten beide Beteiligten sowohl das Kindswohl als auch die eigenen Möglichkeiten einbeziehen. Hier ist wieder Kooperation gefragt, wenn die Eltern zu einer Lösung gelangen wollen, die für alle Seiten optimal ist. Es gibt aber durchaus Empfehlungen von einem Rechtsanwalt im Familienrecht, an die sich Eltern halten können. Bei Kleinkindern sind Besuche in kürzeren Abständen sinnvoll, da diese mehr Zeit zum Aufbau von Beziehungen benötigen. Der andere Elternteil könnte sonst relativ schnell wieder in Vergessenheit geraten.

Für Schulkinder gibt es die Empfehlung, Besuche an jedem zweiten Wochenende, in den Ferien und an bestimmten Feiertagen zu ermöglichen. Wichtig ist, dass der Umgang regelmäßig stattfinden kann, so dass dem Kind klar ist, dass diese Besuche zu seinem Leben dazugehören. Können sich die Beteiligten nicht einigen, so kann das Familiengericht angerufen werden. Diese trifft nach einer Anhörung -auch mit dem betreffendem Kind- eine Entscheidung, die möglichst allen Interessen -aber vorrangig denen des Kindes- gerecht wird.

Möchten Sie sich bearten lassen, kontaktieren Sie Rechtsanwalt Gramm aus Hannover unverbindlich unter:

0511 450 189 54

Umgangsrecht: Kind will nicht

Umgangsrecht: Kind will nicht zum umgangsberechtigten Elternteil und verweigert den Besuch, dann ist zunächst der Elternteil gefragt, bei dem das Kind lebt. Dieser kann versuchen, das Kind positiv zu stimmen oder, wenn das nicht gelingt, den Grund für die Verweigerung herauszufinden. Möglicherweise ist das Kind in einem Loyalitätskonflikt oder hat Verlustängste, beides Gründe, um eventuell auch eine Fachkraft zu Rate zu ziehen.
Der andere Elternteil hat die Möglichkeit, den Kontakt trotzdem mit Briefen oder Emails aufrechtzuerhalten. Eventuell können Treffen bei Verwandten oder gemeinsamen Bekannten arrangiert werden, wo sich beide zwangslos auf neutralem Boden begegnen können. Auf jeden Fall ist hier Geduld gefragt. Je jünger die Kinder sind, desto eher gelingt es, sie wieder umzustimmen. Ist das Kind schon älter, so müssen beide Eltern irgendwann seine Entscheidung akzeptieren.

Verweigerung und Behinderung des Umgangsrechts

Hat sich ein Paar im Streit getrennt, so besteht immer die Gefahr, dass der eine Partner dem anderen das Umgangsrecht verweigert. So unangenehm das auch ist, letztlich hilft in manchen Fällen nur der Gang zum Jugendamt, das vermittelnd eingreifen kann. Wenn auch das nichts nutzt, kann mit anwaltlicher Hilfe vor dem Familiengericht geklagt werden. Hier drohen dem, der das Umgangsrecht verweigert, Ordnungsgelder bis hin zur Zwangshaft.
Allerdings sollten in diesen Fällen alle Beteiligten daran denken, dass der Gang vor Gericht immer der letzte Ausweg sein sollte. Außergerichtliche Einigungen sind –auch für das Wohl des Kindes- vorzuziehen.

Einschränkung des Umgangsrechts

Das Recht, sein Kind sehen zu dürfen, wird nur in besonders schwerwiegenden Fällen verweigert. Diese Fälle liegen vor, wenn der Umgangsberechtigte durch Misshandlungen aufgefallen ist oder wenn bei ihm Alkohol- oder Drogenmissbrauch festgestellt wurde. Dann kann ein Familiengericht den Umgang entweder einschränken oder ganz verbieten. Vor dem gänzlichen Umgangsverbot bietet das Jugendamt die Alternative des ‚Betreuten Umgangs‘ an. Hier können sich Kind und Elternteil unter Aufsicht einer Betreuungsperson etwa an zehn Terminen für ein bis zwei Stunden treffen. Nach dieser Übergangslösung entscheidet sich, wie das Umgangsrecht weiter gestaltet wird.

Rat und Unterstützung beim Rechtsanwalt Umgangsrecht

In allen Fragen, die das Umgangsrecht betreffen, können Rechtanwälte für Familienrecht beratend und unterstützend zur Seite stehen. Wer das Umgangsrecht beantragen möchte, kann sich vorab Rat beim Rechtsanwalt Umgangsrecht holen. Auch bei Uneinigkeiten im Falle der Häufigkeit und Dauer von Besuchen kann anwaltlicher Rat zur Klärung beitragen.Besonders aber bei der Verweigerung von Umgangsrecht sollte ein Anwalt zur Seite stehen, ebenso wie bei der Frage, – und hier besonders dringend – ob ein Umgangsrecht eingeschränkt oder gänzlich ausgeschlossen werden soll.

Wir freuen uns auf Ihren Anruf!
Ihre Kanzlei für Familienrecht und Scheidungen in Hannover.