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Rechtsanwalt für Ihre Scheidung in Hannover

In Deutschland kommt es immer öfter zu einer Scheidung, da die Ehepaare im Verlauf der Ehezeit bemerken, dass doch unterschiedliche Ansichten und erhebliche Differenzen bestehen, so dass der Wunsch nach einer Trennung mit anschließender Scheidung aufkommt.

Ehescheidungen dürfen in Deutschland ausschließlich durch das Familiengericht vorgenommen werden.

Eine wirksame Scheidung vor dem Familiengericht kann nur erfolgreich durchgeführt werden, wenn die Ehegatten durch einen Rechtsanwalt vertreten werden. Es besteht eine Anwaltspflicht im Scheidungsrecht.

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Wie läuft eine Scheidung ab?

Zunächst muss ein Scheidungsantrag beim zuständigen Familiengericht gestellt werden. Dieser kann mit weiteren Anträgen verbunden werden und muss von einem Anwalt erfolgen. Sofern die Voraussetzungen einer Scheidung vorliegen, beraumt das Gericht einen Termin zur mündlichen Verhandlung an, in dem die eigentliche Scheidung vonstattengeht. Dabei werden vor allem Fragen zum Versorgungsausgleich behandelt. Nach Abschluss der Verhandlung sind die ehemaligen Ehepartner wirksam geschieden.

Voraussetzungen einer Scheidung:

Die Ehe wird nur geschieden, wenn diese gescheitert ist. Es gilt in Deutschland das Zerrüttungsprinzip. Es kommt also nicht darauf an, wer verantwortlich für das Scheitern der Ehe ist, sondern es ist entscheidend, dass die Ehe gescheitert ist. Die Ehe ist gescheitert, wenn die Lebensgemeinschaft nicht mehr besteht und nicht zu erwarten ist, dass die Ehegatten diese wiederherstellen.

Der Gesetzgeber hat in § 1566 BGB Vermutungen aufgestellt, ab wann ein Scheitern anzunehmen ist:

  1. Leben die Ehegatten seit einem Jahr getrennt und beide Ehegatten möchten die Scheidung, wird unwiderlegbar vermutet, dass die Ehe gescheitert ist,
  2. Leben die Ehegatten seit mehr als 3 Jahren getrennt, so wird unwiderlegbar das Scheitern vermutet. Irrelevant ist sodann der Widerspruch eines Ehegatten, dass er an der Ehe festhalten möchte, es findet trotz Widerspruches die Scheidung statt.
  3. In allen anderen Fällen muss das Gericht positiv feststellen, dass die Ehe gescheitert ist. Dies erfolgt meist durch Anhörung der Ehegatten und der sich daraus ergebenden Gesamtschau der Lebensumstände. Anhaltspunkte für das Gericht von einem Scheitern der Ehe auszugehen sind insbesondere die Ehegatten sprechen nicht mehr miteinander, Unvereinbarkeit der Lebensvorstellungen, einer oder beide Ehegatten haben neue Partnerschaften aufgenommen, unumkehrbare Absicht des einen Ehegatten sich scheiden zu lassen.

Es gibt vier verschiedene Scheidungsarten:

  1. Die einfachste und schnellste Möglichkeit der Ehescheidung liegt vor, wenn die Ehegatten seit mindestens einem Jahr getrennt sind, beide Parteien die Scheidung wünschen und sie sich über Scheidungsfolgesachen bereits geeinigt haben oder nach der Scheidung noch einigen werden oder bereits eine Scheidungsfolgenvereinbarung existiert.In diesem Fall ist lediglich ein Anwalt erforderlich, der den Antragsteller vertritt und den Antrag einreicht, denn die Einreichung des Scheidungsantrages kann lediglich durch einen Anwalt erfolgen. Der andere Ehegatte kann ohne Anwalt der Scheidung zustimmen. Durch dieses Verfahren können Kosten für einen weiteren Anwalt eingespart werden. Diese Form der Scheidung eignet sich zudem für eine Online Scheidung, welche weniger zeitintensiv und unaufwendiger für die Beteiligten ist.
  2. Des Weiteren gibt es Scheidungen, bei denen einer der Ehegatten nicht geschieden werden möchte oder vor der Scheidung eine Entscheidung über die Scheidungsfolgesachen (Unterhalt, Zugewinn, Wohnung, Hausrat, Sorgerecht, Umgangsrecht) eine Entscheidung des Gerichts begehrt. Diese Folgesachen sind separate Anträge, die in einem sogenannten Scheidungsverbund vor dem Familiengericht gestellt werden. Diese Anträge bedürfen des anwaltlichen Beistandes. Auch der andere Ehegatte, der sich gegen diese Anträge verteidigen möchte braucht zur Beantragung der Antragsabweisung oder der weiteren Antragsstellung ebenfalls eines anwaltlichen Beistandes.
  3. Eine weitere Möglichkeit ist die sichere Scheidung nach 3 Jahren des Getrenntlebens. Diese Scheidungsart dauert allerdings sehr lange, was häufig von beiden Ehegatten nicht gewünscht ist.
  4. Bei einer Härtefallscheidung kann die Ehe der Parteien aufgrund unzumutbarer Härte des weiteren Bestandes der Ehe schon vor Ablauf des Trennungsjahres gestellt werden. Eine unzumutbare Härte liegt insbesondere vor, wenn erhebliche Gewalt in der Ehe besteht, erhebliche Verstöße gegen die Treuepflicht sowie Alkoholismus oder andere Zwangserkrankungen bestehen. Der Vorteil dieser Scheidungsart ist, dass der Scheidungsantrag sofort eingereicht werden kann. Dennoch ist hierbei zu berücksichtigen, dass hohe Anforderungen an den Härtegrund gestellt werden. Einmalige Verfehlungen reichen hierfür nicht aus.

Bekomme ich nach der Scheidung als geschiedener Ehegatte Unterhalt?

Grds. gilt bei nachehelichem Unterhalt das Prinzip der wirtschaftlichen Eigenverantwortlichkeit. Jeder Ehegatte muss grds. selbst für seinen Unterhalt sorgen und ist für sich selbst verantwortlich.

Allerdings ist hierbei zu beachten, dass nachehelicher Unterhalt zu leisten ist, wenn einer der geschiedenen Ehegatten nicht in der Lage ist, seinen Unterhalt selbst ausreichend zu erwirtschaften.

Voraussetzung ist also, die Bedürftigkeit desjenigen, der den Unterhalt beansprucht und die Leistungsfähigkeit desjenigen, von dem der Unterhalt verlangt wird.

Nachehelicher Unterhalt ist ab Rechtskraft der Scheidung in folgenden Fällen vom Gesetzgeber vorgesehen:

  • Anspruch auf nachehelichen Unterhalt wegen der Betreuung eines gemeinsamen Kindes. Dieser Kindesbetreuungsunterhalt besteht für mindestens 3 Jahre ab der Geburt des Kindes und kann verlängert werden, wenn dies der Billigkeit entspricht. Relevant ist bei dieser Art von Unterhalt auch wie die Ehegatten während der Ehezeit ihre Rollenverteilung praktiziert und abgesprochen haben.
  • Weiterhin besteht ein Anspruch auf Altersunterhalt, wenn einer der geschiedenen Ehegatten aus Altersgründen keine Anstellung mehr bekommt oder wegen Alters, Gebrechens oder Krankheit eine Erwerbstätigkeit nicht erwartet werden kann.
  • Auch besteht ein Unterhaltsanspruch, wenn einer der geschiedenen Ehegatten wegen Erwerbslosigkeit kein eigenes Einkommen besitzt. Der Geschiedene ist allerdings gehalten eine angemessene Erwerbstätigkeit anzunehmen, falls sich die Möglichkeit bietet. Die Angemessenheit der Erwerbstätigkeit richtet sich nach der Ausbildung, dem Lebensalter sowie der ehelichen Verhältnisse.
  • Es besteht weiter die Möglichkeit Aufstockungsunterhalt zu beziehen. Dieser Unterhalt ist zu erbringen, wenn die Einkünfte aus der ausgeübten angemessenen Erwerbstätigkeit nicht zum vollen Unterhalt ausreichen.
  • Weiter besteht ein nachehelicher Unterhaltsanspruch, wenn der Unterhaltsbedürftige sich in der Ausbildung, Fortbildung oder Umschulung befindet.
  • Der Gesetzgeber hat zudem einen Unterhaltsanspruch aus Billigkeitsgründen mit in das Gesetz aufgenommen, dieser Unterhaltsanspruch ist jedoch eng auszulegen und gelangt somit nicht oft zur Anwednung. Bei einer Pflegekindbetreuung, welches während der Ehe aufgenommen wurde, ist bspw. solch ein Billigkeitsgrund gegeben.

Unterhaltsansprüche können zeitlich und der Höhe nach begrenzt werden.

Was kostet eine Scheidung?

Die Scheidungskosten im Familienrecht lassen sich nicht pauschalisieren und hängen von dem Einkommen der Beteiligten ab. Wie bei allen zivilrechtlichen Angelegenheiten wird ein Streitwert bestimmt, so dass sich danach die jeweiligen Kosten nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) richten.

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Was ist eine Online- Scheidung und ist diese preiswerter?

Bei einer sogenannten „Internetscheidung“ läuft die gesamte Korrespondenz über E-Mail- oder Briefkontakt. Persönliches Erscheinen beim Anwalt ist nicht erforderlich. Zum Scheidungstermin ist die persönliche Anwesenheitspflicht allerdings dennoch gegeben. Geeignet ist dieses schnelle weniger zeitintensive Verfahren für Ehegatten die sich einvernehmlich scheiden lassen wollen.

Hinsichtlich der Kosten lässt sich jedoch sagen, dass dieses Verfahren anders als vielfach angenommen nicht wesentlich preiswerter ist, als persönlich zum Anwalt zu gehen. Die Gebühren für die anwaltliche Tätigkeit bei einer Scheidung richtet sich nämlich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz und differenzieren hier nicht zwischen der „normalen Scheidung“ und der „Online Scheidung“. Kosten können dennoch eingespart werden, indem keine Kosten für zeitintensive Gespräche beim Anwalt anfallen.

Hat die Scheidung Auswirkungen auf die gemeinsamen Kinder?

Der nicht betreuende Elternteil ist weiterhin zur Zahlung von Unterhalt verpflichtet. Ebenfalls hat der nicht betreuende Elternteil das Recht und die Pflicht Umgangstermine mit seinen Kindern durchzuführen.

Die gemeinsame elterliche Sorge bleibt trotz Scheidung bestehen. Die Eltern müssen sich bei Fragen von erheblicher Bedeutung für das Kind gemeinsam beraten und gemeinsam entscheiden. Angelegenheiten des täglichen Lebens müssen nicht miteinander abgesprochen werden, darüber entscheidet derjenige bei dem sich das Kind/ Kinder befinden.

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 Müssen beide einen Rechtsanwalt haben?

Selbst dann wenn eine einvernehmliche Scheidung vorliegt, ist für beide Ehegatten ein Rechtsanwalt erforderlich. Dieser würde nämlich den Tatbestand des Parteiverrates erfüllen. Das bedeutet, dass es vor Gericht keinen gemeinsamen Anwalt geben kann. Dies heißt jedoch nicht, dass außergerichtlich ein Rechtsanwalt nicht beide Parteien vollumfänglich beraten kann.


Rechtsanwalt Gramm

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