Rufen Sie uns unverbindlich an:0511 - 450 189 54Mo-Fr von 8 - 18 Uhr

Autobahnraser muss wegen Tempo 200 bei Unfall mithaften

Von: Rechtsanwälte Hannover | 27. November 2013
 

Koblenz (jur). Wer nachts mit 200 Stundenkilometern über die Autobahn rast, haftet bei einem Unfall zu 40 Prozent mit. Denn auch wenn der Unfall auf einen schwerwiegenden Verkehrsverstoß des Unfallgegners zurückzuführen ist, hat das besonders hohe Tempo die Unfallgefahr mit verwirklicht, entschied das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz in einem am Mittwoch, 27. November 2013, bekanntgegebenen Urteil (Az.: 12 U 313/13).

Konkret ging es um einen schweren Verkehrsunfall im März 2011 auf der Autobahn A 60 in der Nähe des Autobahndreiecks „Nahetal“. Als der Sohn des Klägers nachts ein Fahrzeug überholen wollte, wechselte er grob verkehrswidrig plötzlich zur Überholspur. Dabei übersah er einen anderen Pkw, der mit Tempo 200 heranraste. Eine Geschwindigkeitsbeschränkung gab es nicht.

Es kam schließlich zur Kollision. Der Kläger forderte, dass der Raser wegen seines hohen Tempos für den Unfall mit haften müsse.

Dem stimmte nun auch das OLG in seinem Urteil vom 14. Oktober 2013 zu. Wer die Richtgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometer um rund 60 Prozent und damit massiv überschreite, „führt zugunsten seines eigenen schnellen Fortkommens den Spielraum zur Vermeidung eines Unfalls nahezu gegen null zurück“, betonten die Koblenzer Richter.

Bei solch einem Tempo sei es nicht möglich, plötzliche auftretende Unfallgefahren rechtzeitig zu erkennen und sich darauf einzustellen. Der Kläger könne daher trotz des verkehrswidrigen Verhaltens eine Mithaftung seines Unfallgegners in Höhe von 40 Prozent, insgesamt 3.446 Euro beanspruchen.

Quelle: © www.juragentur.de - Rechtsnews für Ihre Anwaltshomepage

Hinweis: Bei verkehrsrechtlichen Fragen  kontaktieren Sie am besten einen Rechtsanwalt Verkehrsrecht in Hannover.

Diese Nachricht wird Ihnen präsentiert von Anwalt Verkehrsrecht Hannover

Weitere aktuelle Nachrichten aus dem Bereich Verkehrsrecht


Vorsicht beim Anbieten von Fahrzeugteilen ohne amtliches Prüfzeichen Nichtbauartgenehmigte Fahrzeugteile im Sinne von § 22a Abs. 1 Straßenverkehrszulassungsverordnung (StVZO) dürfen nicht zum Verkauf angeboten ... weiterlesen
Fahrzeugkolonnen-Überholer können Mitverantwortung für Unfälle tragen Wer beim Überholen einer Fahrzeugkolonne mit einem nach links in ein Grundstück abbiegenden Pkw zusammenstößt, kann ... weiterlesen
Tempomat gilt nicht als Geschwindigkeitsausrede Lüdinghausen (jur). Der Tempomat im Auto ist keine gute Ausrede für einen Geschwindigkeitsverstoß. Das Vertrauen in ... weiterlesen
„Pedale verwechselt“, Probefahrt misslungen – Fahrerlaubnis weg Düsseldorf (jur). Hohes Alter ist zwar für sich allein noch kein Grund, die Fahreignung eines Autofahrers ... weiterlesen
Autokauf: auch Unfall nur mit Blechschaden muss mitgeteilt werden Braunschweig/Berlin (DAV). Wer ein Auto kauft, muss sich auf die Angaben des Verkäufers verlassen können. Was ... weiterlesen
Aus der Kategorie: Verkehrsrecht