Rufen Sie uns unverbindlich an:0511 - 450 189 54Mo-Fr von 8 - 18 Uhr

Erstattung von Detektivkosten durch Arbeitnehmer

Von: Rechtsanwälte Hannover | 10. März 2014

Wer als Arbeitnehmer seine Arbeitsunfähigkeit vortäuscht und deshalb gekündigt wird muss möglicherweise die Detektivkosten erstatten. Eventuell reicht auch der Verdacht aus.

Als ein Busfahrer sich wiederholt über einen Zeitraum von krankschreiben ließ und an mehreren Untersuchungen des medizinischen Dienstes nicht teilgenommen hatte wurde der Arbeitgeber stutzig. Er schaltete einen Detektiv ein. Dieser wurde im Rahmen einer fünftägigen Observation fündig. Er beobachtete, dass der Arbeitnehmer jeden Tag im Bistro vom Schwiegervater aushalf. Darüber hinaus montierte er am Eingang ein neues Schild und schleppte schwere Kästen mit Mineralwasser. Der Arbeitgeber kündigte ihm daher fristlos wegen Vortäuschung der Arbeitsunfähigkeit, Darüber hinaus forderte er die Kosten für die Observation in Höhe von fast 13.000 Euro ersetzt.

Hierzu entschied das Bundesarbeitsgericht vom 26.09.2013 (Az. 8 AZR 1026/12), dass der Arbeitgeber eventuell einen Anspruch auf Ersatz der Detektivkosten an. Dies setzt zumindest voraus, dass der Arbeitnehmer sich einer schweren Pflichtverletzung verdächtig gemacht hat oder sogar überführt wurde. Des Weiteren muss bei der Einschaltung des Detektivs ein konkreter Tatverdacht bestanden haben.

Das Vortäuschen der Arbeitsunfähigkeit gilt als schwere Verfehlung und berechtigt den Arbeitgeber schnell zum Ausspruch einer fristlosen Kündigung. Eine Abmahnung ist hier häufig entbehrlich. Außerdem kann es schnell teuer werden durch den Einsatz eines Detektivs. Arbeitnehmer sollten dies bedenken. Unter Umständen können Sie sich strafbar machen wegen Betruges. Am besten lassen Sie erst gar nicht den Verdacht des Vortäuschens der Arbeitsunfähigkeit aufkommen. Wenn der medizinische Dienst (MDK) der Krankenkassen eine Untersuchung anordnet, sollte der Arbeitnehmer dem auch nachkommen. Eine Krankschreibung bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Arbeitnehmer im Bett liegt. Er sollte sich allerdings nicht genesungwidrig verhalten. Schon gar nicht sollte er Nebenjobs ausführen.

Bei rechtlichen Probleme im Arbeitsrecht sollte ein Rechtsanwalt Arbeitsrecht kontaktiert werden.

Diese Nachricht wird Ihnen präsentiert von Anwalt Arbeitsrecht Hannover

Weitere aktuelle Nachrichten aus dem Bereich Arbeitsrecht


Verpflichtung zur Nutzung einer elektronischen Signaturkarte Ein Arbeitgeber kann von seinem Arbeitnehmer die Beantragung einer qualifizierten elektronischen Signatur und die Nutzung einer ... weiterlesen
Arbeitgeber darf während eines Arbeitskampfes nicht nach Gewerkschaftszugehörigkeit fragen Erfurt (jur). Während eines Arbeitskampfes dürfen Arbeitgeber ihre Beschäftigten nicht nach ihrer Gewerkschaftszugehörigkeit fragen. Dies kann ... weiterlesen
Krankenkassenmitarbeiter erhalten weiter Lohn trotz Schließung der Arbeitsstelle Erfurt (jur). Die Schließung einer Krankenkasse beendet nicht automatisch sämtliche Arbeitsverhältnisse. Das hat am Donnerstag, 21. ... weiterlesen
Befristeter Arbeitsvertrag mit „Optionskommune“ Die Kommunen können die Befristung von Arbeitsverträgen mit ihren Arbeitnehmern nicht allein mit der „Experimentierklausel“ des ... weiterlesen
Aufhebungsvertrag und Abfindung führen nicht zwangsläufig zu Sperrzeit München/Berlin (DAV). Ein Aufhebungsvertrag und die Zahlung einer Abfindung an einen ausscheidenden Mitarbeiter führen für diesen ... weiterlesen
Aus der Kategorie: Arbeitsrecht