Rufen Sie uns unverbindlich an:0511 - 450 189 54Mo-Fr von 8 - 18 Uhr

Inlineskaten auf der Gegenfahrbahn: Hohes Mitverschulden bei Unfall

Von: Rechtsanwälte Hannover | 29. November 2013
 

Hamm/Berlin (DAV). Eine Inlineskaterin, die in einer unübersichtlichen Linkskurve auf der Gegenfahrbahn fährt, haftet bei einem Unfall zu 75 Prozent. Sie hat den Verkehrsunfall in erheblichem Umfang selbst verschuldet. Die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) informiert über eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm vom 18. Juni 2013 (AZ: 9 U 1/13).

Die Inlineskaterin befuhr außerorts eine etwa vier Meter breite Straße in einer schlecht einsehbaren, langgezogenen Linkskurve auf der Gegenfahrbahn. Der Fahrer des entgegenkommenden Fahrzeugs bremste und wich zum rechten Fahrbahnrand aus. Den Zusammenstoß mit der Frau konnte er jedoch nicht abwenden. Die Frau erlitt schwere Verletzungen, unter anderem mehrere Frakturen und Platzwunden. Nach ihrer Aussage leidet sie unter dauerhaften gesundheitlichen Einschränkungen. Von dem Autofahrer und seiner Haftpflichtversicherung verlangte die Frau vollen Schadensersatz, unter anderem rund 40.000 Euro als Ausgleich für materielle Schäden und ein Schmerzensgeld in der Größenordnung von 80.000 Euro.

Nach Auffassung des Oberlandesgerichts muss die Frau jedoch drei Viertel des Schadens selbst tragen, da sie ein erhebliches Mitverschulden an dem Unfall treffe. Als Inlineskaterin würden für sie die Vorschriften für Fußgänger gelten. Demnach hätte sie außerhalb einer geschlossenen Ortschaft soweit wie möglich den linken Fahrbahnrand benutzen müssen. Bereits hieran habe sie sich nicht gehalten, weil sie mit den Inlineskates auf der Mitte der Gegenfahrbahn gefahren sei. Vor der für sie schlecht einsehbaren Linkskurve habe sie zudem entweder das Fahren mit den Inlinern einstellen und sich der Kurve gehend nähern oder rechtzeitig zum rechten Fahrbahnrand wechseln müssen, um dort weiterzufahren. Deswegen treffe sie ein mit 75 Prozent zu berücksichtigendes Verschulden. Dem stehe auf der Seite des Autofahrers lediglich die Betriebsgefahr des Pkw gegenüber. Es lasse sich auch nicht feststellen, dass der Mann zu schnell gefahren sei oder auf die entgegenkommende Frau zu spät oder falsch reagiert habe.

Quelle: DAV

Hinweis: Bei verkehrsrechtlichen Fragen  kontaktieren Sie am besten einen Rechtsanwalt Verkehrsrecht in Hannover.

 

Diese Nachricht wird Ihnen präsentiert von Anwalt Verkehrsrecht Hannover

Weitere aktuelle Nachrichten aus dem Bereich Verkehrsrecht


Kosten für nicht notwendige Reparaturbestätigung werden nicht ersetzt Saarlouis/Berlin (DAV). Auch Unfallopfer dürfen der gegnerischen Versicherung nicht alle Kosten aufbürden, das sieht die sogenannte ... weiterlesen
Geschwindigkeitsbegrenzung “Mo-Fr” auch an Feiertagen gültig Brandenburg/Berlin (DAV). „Der Straßenverkehr erfordert einfache und klare Regeln“, stellte das Oberlandesgericht Brandenburg am 28. Mai ... weiterlesen
„Pedale verwechselt“, Probefahrt misslungen – Fahrerlaubnis weg Düsseldorf (jur). Hohes Alter ist zwar für sich allein noch kein Grund, die Fahreignung eines Autofahrers ... weiterlesen
Kfz-Sicherstellung durch die Polizei kein Diebstahl Kleve/Berlin (DAV). Wer ein gestohlenes Fahrzeug kauft, hat keinen Versicherungsschutz, wenn die Polizei das Auto beschlagnahmt. ... weiterlesen
Fahrzeugkolonnen-Überholer können Mitverantwortung für Unfälle tragen Wer beim Überholen einer Fahrzeugkolonne mit einem nach links in ein Grundstück abbiegenden Pkw zusammenstößt, kann ... weiterlesen
Aus der Kategorie: Verkehrsrecht