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Surfen, Mails, Telefonate und Privatgespräche am Arbeitsplatz – die rechtlichen Folgen!

Von: Rechtsanwälte Hannover | 20. Oktober 2014
 

Erlaubt oder Grund für eine Kündigung?

Kann das Versenden einer privaten Mail, das Telefonat über das Firmentelefon oder die Nutzung des Internets für private Angelegenheiten einen Kündigungsgrund darstellen? Dies ist nach dem Einzelfall zu beurteilen und richtet sich grundsätzlich nach Verboten oder Erlaubnissen des Arbeitgebers.

Private Nutzung des Internets

Nutzt der Arbeitnehmer entgegen eines entsprechenden Verbots des Arbeitgebers das Internet am Arbeitsplatz für private Zwecke, kann dies sogar zu einer fristlosen Kündigung ohne vorherige Abmahnung führen. Zu beurteilen ist allerdings auch hier der Einzelfall.

Toleriert der Arbeitgeber oder besteht ein entsprechendes Verbot diesbezüglich nicht, ist das private Surfen am Arbeitsplatz zumindest kein Grund für eine fristlose Kündigung ohne vorherige Abmahnung. Besteht dagegen ein solches Verbot, kann Zuwiderhandeln dagegen auf jeden Fall zumindest zu einer Abmahnung führen. Auch hier sollte allerdings beachtet werden, dass privates Surfen während der Arbeitszeit zu vermeiden ist! Während des Surfens wird nämlich nicht gearbeitet und somit stellt dies eine Verletzung der Pflicht aus dem Arbeitsverhältnis dar.

Mails schreiben

Ähnliches gilt auch hier. Die Bestimmungen richten sich grundsätzlich nach den Vorgaben des Arbeitgebers oder nach der allgemeinen Praxis im Betrieb. Ist es sowohl für Arbeitgeber, wie auch Arbeitnehmer normal, dass ab und zu eine private Angelegenheiten per Mail besprochen werden, und wird dieses Thema auch offen besprochen, ist eine Abmahnung oder gar fristlose Kündigung nicht gerechtfertigt. Es sei denn, eine übermäßige Nutzung dessen liegt vor. Allerdings sollte auch hier im Regelfall zunächst eine Abmahnung erfolgen.
Gibt es keine Regelung diesbezüglich, sollte mit dem Arbeitgeber abgesprochen werden, ob und in welchem Rahmen E-Mails privat verschickt werden dürfen.

Privates Telefonieren

Auch für das private Telefonieren am Arbeitsplatz gilt Ähnliches. Besteht keine Regelung, richtet sich ein etwaiges Verbot oder eine Erlaubnis nach der gängigen Praxis im Betrieb und eine Absprache mit dem Arbeitgeber ist ratsam.

Etwas anders kann es sich allerdings bei der privaten Nutzung der Telefonleitung des Arbeitgebers verhalten. Wenn hierdurch Kosten für den Arbeitgeber verursacht werden, sollte auf jeden Fall vorher die Erlaubnis oder eine allgemeine Absprache mit dem Arbeitgeber getroffen werden, sonst kann eine Abmahnung oder Kündigung drohen.

Das gleiche gilt für das Handyaufladen am Arbeitsplatz. Dadurch, dass der Strom des Arbeitgebers genutzt wird, kann es auch hierbei zu einer Abmahnung oder Kündigung kommen. Denn strenggenommen wird hier der Strom des Arbeitgebers geklaut.

Absprachen mit dem Arbeitgeber sind wichtig!

Generell gilt also, dass sich etwaige Kündigungsgründe vorrangig nach Verboten des Arbeitgebers richten. Liegt eine Erlaubnis vor, sollten allerdings trotzdem Privatangelegenheiten nicht während der Arbeitszeit geklärt werden, sondern während der Pausen, da der Arbeitnehmer sonst seinen arbeitsvertraglichen Pflichten in dieser Zeit nicht nachkommt. Liegen entsprechende Verbote nicht vor, ist es ratsam ein offenes Gespräch mit dem Arbeitgeber zu führen, um die Fragen zu klären und es gar nicht erst zu einer Abmahnung oder gar Kündigung kommen zu lassen.

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