Rufen Sie uns unverbindlich an:0511 - 450 189 54Mo-Fr von 8 - 18 Uhr

Nachzügler einer organisierten Fahrradgruppe müssen selbst auf Verkehrsvorschriften achten

Von: Rechtsanwälte Hannover | 12. Mai 2014
 

Hamm/Berlin (DAV). Organisierte Fahrradtouren werden insbesondere bei Städtereisen immer beliebter. Die Organisatoren sind dabei gehalten, für die Sicherheit der Gruppe zu sorgen. Diese Verpflichtung ist aber nicht grenzenlos. So müssen sie nicht die für die Gruppe ergriffenen Sicherungsmaßnahmen im Straßenverkehr auch für einzeln fahrende Nachzügler aufrechterhalten. Die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) informiert über eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm vom 6. Februar 2014 (AZ: 6 U 80/13).

Im Juni 2011 nahm der damals 20 Jahre alte Mann an einer von einem Schützenverein organisierten Fahrradtour der Jungschützen teil. Die in einer Gruppe fahrenden Teilnehmer wurden von Sicherungsposten begleitet, die größere, verkehrsreiche Straßen absperrten und der Gruppe so ein gefahrloses Überqueren ermöglichten. Wegen der Panne eines Teilnehmers löste sich der junge Mann von der Gruppe, um dieser sodann einzeln fahrend zu folgen. Als er von einem Waldweg kommend die Straße überquerte, kollidierte er mit einem Auto. Er hatte die Vorfahrt nicht beachtet. Der Radfahrer erlitt schwere Kopfverletzungen und befindet sich seit dem Unfall in einem komatösen Zustand. Er verlangte unter Berücksichtigung seines Mitverschuldens Schadensersatz, unter anderem ein Schmerzensgeld in Höhe von 200.000 Euro. Er begründete dies damit, dass der Verein seine Verkehrssicherungspflicht verletzt habe, weil ihm die Sicherungsposten das gefahrlose Überqueren der Straße nicht ermöglicht hätten.

Die Klage blieb in zwei Instanzen ohne Erfolg. Der Schützenverein habe keine Pflicht verletzt und daher den Unfall auch nicht zu verantworten. Der Verein habe die Radtour mit ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen und unter Berücksichtigung der einschlägigen straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften organisiert. Er sei nicht verpflichtet gewesen, dem Nachzügler ein gefahrloses Überqueren der Straße zu ermöglichen. Für den Mann habe sich die Situation verändert, als er sich aus dem geschlossenen Räder-Verband gelöst habe. Er hätte sich nicht mehr darauf verlassen dürfen, dass ihm die für die Gruppe vorgesehenen Sicherungskräfte ein gefahrloses Überqueren bevorrechtigter Straßen ermöglichen würden. Vielmehr hätten die Organisatoren darauf vertrauen dürfen, dass einzeln fahrende Nachzügler selbst auf das Einhalten der Verkehrsvorschriften achten würden.

Quelle: DAV

Diese Nachricht wird Ihnen präsentiert von Anwalt Verkehrsrecht Hannover

Weitere aktuelle Nachrichten aus dem Bereich Verkehrsrecht


Fahrlehrer darf während der Ausbildungsfahrt telefonieren Karlsruhe (jur). Fahrlehrer dürfen während einer Ausbildungsfahrt telefonieren. Das Handy am Ohr führt jedenfalls dann nicht ... weiterlesen
Bußgeld auch für kurzes Drängeln Hamm (jur). Auch ein nur kurzes Drängeln auf der linken Autobahnspur kann zu einem Bußgeld und ... weiterlesen
Leichtsinnige Fußgänger haften bei Unfall allein Hamm/Berlin (DAV). Bei einem Unfall zwischen Fußgänger und Pkw haftet der Autofahrer fast immer mit.
Rückwärts aus der Parklücke – volle Haftung Kiel/Berlin (DAV). Auf Parkplätzen ist besondere Sorgfalt geboten, insbesondere für den Ausparkenden. Der Parkplatzsuchende muss nicht ... weiterlesen
Private Videoaufnahme als Beweismittel im Zivilprozess München/Berlin (DAV). Ein privat aufgenommenes Video darf bei einem Verkehrsunfall zu Beweiszwecken verwendet werden. Vorher müssen ... weiterlesen
Aus der Kategorie: Verkehrsrecht