Rufen Sie uns unverbindlich an:0511 - 450 189 54Mo-Fr von 8 - 18 Uhr

Keine Diskriminierung Schwerbehinderter bei eingeschränkter Stellenausschreibung

Von: Rechtsanwälte Hannover | 7. April 2015

Kiel/Berlin (DAV). Ein Arbeitgeber kann eine wegen Altersteilzeit freigewordene Stelle ausschließlich für Arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit Bedrohte ausschreiben. Dadurch benachteiligt er auch keinen anderen Bewerber, der behindert ist. Auf die Entscheidung des Arbeitsgerichts Kiel vom 19. September 2014 (AZ: öD 2 Ca 1194 c/14) macht die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) aufmerksam.

Wegen Altersteilzeit wurde an einer Universität ein Arbeitsplatz frei. Die Universität schrieb die Stelle nur eingeschränkt für arbeitslos Gemeldete oder von Arbeitslosigkeit Bedrohte aus. Sie wollte dadurch eine aufstockende Förderung nach dem Altersteilzeitgesetz erreichen.

Ein fachlich geeigneter Mann bewarb sich mit Hinweis auf seine Schwerbehinderung. Da er weder arbeitslos noch von Arbeitslosigkeit bedroht war, lud man ihn nicht zum Vorstellungsgespräch ein. Der Bewerber sah sich diskriminiert und klagte auf 30.000 Euro Entschädigung.

Ohne Erfolg. Der Arbeitgeber habe die Ausschreibung auf Arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen beschränken dürfen. Dadurch ließe sich keinerlei Zusammenhang mit der Behinderung des Mannes ableiten. Die Ablehnung habe eben nicht an dessen Behinderung angeknüpft und sei auch nicht durch sie motiviert gewesen.

Quelle: DAV Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht

Diese Nachricht wird Ihnen präsentiert von Anwalt Arbeitsrecht Hannover

Weitere aktuelle Nachrichten aus dem Bereich Arbeitsrecht


Anspruch auf Arbeitszeitverringerung bei Arbeitszeitvorgaben des Entleihers In einem Betrieb, in dem in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt werden, kann ein ... weiterlesen
Keine nachträgliche Anpassung der Geschlechterquote bei Betriebsratswahl mit Quoten-Übererfüllung Das Arbeitsgericht Köln hat entschieden, dass die Besetzung eines nach Geschlechterproporz gewählten Betriebsrats nicht nachträglich anzupassen ... weiterlesen
Zweijährige Haftstrafe führt zur Kündigung im Arbeitsrecht Frankfurt/Main (jur). Werden Arbeitnehmer wegen einer Straftat zu einer mehr als zweijährigen Haftstrafe verurteilt, muss der ... weiterlesen
Ist ein Kündigung während der Krankheit erlaubt? Nach weitverbreiteter Ansicht sind Kündigungen durch den Arbeitgeber während der Krankheit des Arbeitnehmers schlicht unzulässig. Nach ... weiterlesen
Lohnfortzahlung auch bei Selbstverletzung nach Wutanfall Frankfurt am Main (jur). Geraten Arbeitnehmer wegen einer Arbeitsanweisung dermaßen in Wut, dass sie sich selbst ... weiterlesen
Aus der Kategorie: Arbeitsrecht