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Erstattung von Detektivkosten durch Arbeitnehmer

Von: Rechtsanwälte Hannover | 10. März 2014

Wer als Arbeitnehmer seine Arbeitsunfähigkeit vortäuscht und deshalb gekündigt wird muss möglicherweise die Detektivkosten erstatten. Eventuell reicht auch der Verdacht aus.

Als ein Busfahrer sich wiederholt über einen Zeitraum von krankschreiben ließ und an mehreren Untersuchungen des medizinischen Dienstes nicht teilgenommen hatte wurde der Arbeitgeber stutzig. Er schaltete einen Detektiv ein. Dieser wurde im Rahmen einer fünftägigen Observation fündig. Er beobachtete, dass der Arbeitnehmer jeden Tag im Bistro vom Schwiegervater aushalf. Darüber hinaus montierte er am Eingang ein neues Schild und schleppte schwere Kästen mit Mineralwasser. Der Arbeitgeber kündigte ihm daher fristlos wegen Vortäuschung der Arbeitsunfähigkeit, Darüber hinaus forderte er die Kosten für die Observation in Höhe von fast 13.000 Euro ersetzt.

Hierzu entschied das Bundesarbeitsgericht vom 26.09.2013 (Az. 8 AZR 1026/12), dass der Arbeitgeber eventuell einen Anspruch auf Ersatz der Detektivkosten an. Dies setzt zumindest voraus, dass der Arbeitnehmer sich einer schweren Pflichtverletzung verdächtig gemacht hat oder sogar überführt wurde. Des Weiteren muss bei der Einschaltung des Detektivs ein konkreter Tatverdacht bestanden haben.

Das Vortäuschen der Arbeitsunfähigkeit gilt als schwere Verfehlung und berechtigt den Arbeitgeber schnell zum Ausspruch einer fristlosen Kündigung. Eine Abmahnung ist hier häufig entbehrlich. Außerdem kann es schnell teuer werden durch den Einsatz eines Detektivs. Arbeitnehmer sollten dies bedenken. Unter Umständen können Sie sich strafbar machen wegen Betruges. Am besten lassen Sie erst gar nicht den Verdacht des Vortäuschens der Arbeitsunfähigkeit aufkommen. Wenn der medizinische Dienst (MDK) der Krankenkassen eine Untersuchung anordnet, sollte der Arbeitnehmer dem auch nachkommen. Eine Krankschreibung bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Arbeitnehmer im Bett liegt. Er sollte sich allerdings nicht genesungwidrig verhalten. Schon gar nicht sollte er Nebenjobs ausführen.

Bei rechtlichen Probleme im Arbeitsrecht sollte ein Rechtsanwalt Arbeitsrecht kontaktiert werden.

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