Rufen Sie uns unverbindlich an:0511 - 450 189 54Mo-Fr von 8 - 18 Uhr

Diskriminierung wegen des Geschlechts?

Von: Rechtsanwälte Hannover | 17. Oktober 2013
 

Wird einer Arbeitnehmerin gekündigt, ohne dass Kenntnis von ihrer Schwangerschaft bei Zugang der Kündigungserklärung besteht, so ist weder die Kündigung selbst noch ein "Festhalten" an der Kündigung Indiz für eine Benachteiligung wegen des Geschlechts.

Die Beklagte als Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis fristgemäß in der Probezeit. Binnen einer Woche machte die Klägerin unter Vorlage einer entsprechenden ärztlichen Bescheinigung geltend, bei Zugang der Kündigung schwanger gewesen zu sein. Sie forderte die Beklagte auf, innerhalb einer weiteren Woche mitzuteilen, dass sie an der Kündigung "nicht festhalte", damit sie keine Klage erheben müsse. Das erklärte die Beklagte zunächst nicht. Nachdem der Betriebsarzt einen Monat später sowohl die Schwangerschaft als auch ein zwischenzeitlich ausgesprochenes Beschäftigungsverbot bestätigt hatte, erklärte die Beklagte nach Wochen eine "Rück-nahme" der Kündigung. Die Klägerin lehnte in der Folgezeit jedoch eine außerge-richtliche Einigung ab. Schließlich gab die Beklagte vor dem Arbeitsgericht eine Anerkenntniserklärung ab, worauf die Unwirksamkeit ihrer Kündigung festgestellt wurde.

Wie schon in den Vorinstanzen blieb die Klage auf Zahlung einer Entschädigung in Höhe von drei Bruttomonatsgehältern wegen Benachteiligung aufgrund des Geschlechts vor dem Achten Senat des Bundesarbeitsgerichts ohne Erfolg. Die Kündigung konnte schon deswegen keine Benachteiligung der Klägerin aufgrund ihres weiblichen Geschlechts sein, weil die Arbeitgeberin bei der Erklärung der Kündigung keine Information über die Schwangerschaft der Klägerin hatte. Die verlangte Rück-nahme der Kündigung war rechtstechnisch nicht möglich, über die Notwendigkeit einer einvernehmlichen Verständigung der Parteien zeigte sich die Klägerin nicht hin-reichend informiert. Ein Streit darüber, ob die besonderen Anspruchsvoraussetzungen des § 11 MuSchG auf Zahlung von Mutterschutzlohn vorliegen, ist für sich ge-nommen nicht schon deswegen eine Diskriminierung, weil nur Frauen diesen beson-deren Anspruch geltend machen können.

Quelle: BAG

Aus der Praxis kann Rechtsanwalt Agirman mitteilen, dass Kündigungen, die in Zusammenhang mit einer Schwangerschaft ausgesprochen werden, ein häufiges Problem darstellen. Demnach ist es sinnvoll einen Rechtsanwalt Arbeitsrecht Hannover zu kontaktieren.

Diese Nachricht wird Ihnen präsentiert von Anwalt Arbeitsrecht Hannover

Weitere aktuelle Nachrichten aus dem Bereich Arbeitsrecht


Erstattung von Detektivkosten durch Arbeitnehmer Wer als Arbeitnehmer seine Arbeitsunfähigkeit vortäuscht und deshalb gekündigt wird muss möglicherweise die Detektivkosten erstatten. Eventuell ... weiterlesen
Verpflichtung des Arbeitgebers zur Bildung eines Arbeitsschutzausschusses § 11 Satz 1 ASiG verpflichtet den Arbeitgeber in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten einen ... weiterlesen
Zu viel gezahltes Gehalt: Computerfehler schützt vor Rückgabe nicht Koblenz/Berlin (DAV). Ein Beamter, der einen zu hohen Zuschlag erhält, muss das Geld zurückzahlen. Voraussetzung ist, ... weiterlesen
Haftung des Betriebsrats bei geplanten Betriebsänderungen Der unter anderem für das Dienstvertragsrecht zuständige III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat heute über die gegen ... weiterlesen
Arbeitsgeber hat unter Umständen einen Anspruch auf Wiedereinstellung Räumt ein Arbeitgeber anlässlich der Ausgliederung eines Geschäftsbereichs und des Übergangs eines Betriebsteils auf einen anderen ... weiterlesen
Aus der Kategorie: Arbeitsrecht